#75 - Grüße aus dem Sommerloch: Segeln im Schärengarten

Auch Nils Schürg muss mal die Leinen loswerfen …

Während der Sommer bei Euch daheim in Deutschland ja eine eher feucht-nasse (und nicht sehr prächtige) Figur macht, sende ich liebe und herzliche Grüße aus den schwedischen Schären, liebe Freunde! Ja, auch ein Workaholic wie ich braucht einmal eine Auszeit, ganz zu schweigen meine Familie: Und so ist unser alljährlicher Segel-Trip auch diesmal wieder ein ganz großes Highlight. Wie geht es Ihnen? Können Sie für eine Weile die Leinen loswerfen, Ihre Lieben und Familienmitglieder einpacken und einfach mal unbeschwert zwei, drei Wochen segeln gehen?

Hier oben in Schweden ist es einfach traumhaft: Ich hoffe sehr, dass auch bei Ihnen eine Auszeit drin ist.

Da sind wir. Schweden. Traumhaft!

In diesem Blog-Artikel geht es ausnahmsweise einmal nicht um Yacht-Neuheiten, technische Details oder besondere Finessen, sondern darum, warum wir diesen ganzen Zirkus hier veranstalten. Warum wir Gas geben, Überstunden machen und all die Extrameilen gehen. Sie, da bin ich mir sicher, in Ihrem Metier ganz genauso, wie ich. Es ist die Sehnsucht nach genau diesen unbezahlbaren Momenten mit der Familie, die unbeschwerten Seemeilen ohne Handy-Empfang und das Loslassen – oder besser: Das Losgelassenwerden – von unserem Alltag. Oder?

 

Blauwassersegeln – das bedeutet es für mich

Genau das nämlich bedeutet „Blauwasser“ für mich. Die allzu enge Definition, wonach „Blauwasser“ erst in der Karibik anfängt und nur derjenige Skipper wirklich im Blauwasser segelt, wenn er die ganz große Runde in Angriff nimmt, halte ich für viel zu eng. Blauwasser, das heißt für mich: Abschalten. Ablegen und wegsegeln, auch wenn es „nur“ ein paar Wochen sind. Die Weite suchen. Und über den Horizont segeln – vor allem über den Eigenen. Für mich bedeutet Blauwasser vor allem Freiheit. Kein Handy. Keine Termine. Barfuß an Deck laufen, mit meinem Sohn versuchen, Fische zu angeln … Was ist Blauwasser für Sie?

DAS ist Blauwasser für mich: Zeit mit denen, die mir wichtig sind

Ist es nicht so, dass wir Segler uns mit unseren Yachten vor allem Blasen erschaffen, in denen ein solch freies Leben möglich ist? Aus meiner Sicht gibt es keine Freizeitbeschäftigung, kein anderes Hobby, in dem man so frei ist, wie beim Segeln. Wir brauchen keine asphaltierten Straßen oder präparierte Pisten. Wir brauchen nur ein wenig Wind. Es mag sein, dass sich genau deshalb selbst der kleine Törn „um die Ecke“ anfühlt, wie Christoph Columbus´ erfolgreiche Entdeckerfahrt über den Atlantik. Wie richtig und wichtig selbst diese paar Wochen voller unbeschwerter Freiheit und Abenteuer sind, das sehe ich jeden Abend, wenn ich meinen Sohn in die Koje lege: Wie er ganz beseelt von all den Eindrücken und ob des Glückes so fest und friedlich schläft … eigentlich unbezahlbar, dieses Blauwasser-Feeling.

Ganz ohne Arbeit geht es allerdings doch nicht …

Ich gebe zu, so ganz ohne geht es natürlich auch nicht. Wobei, „Arbeit“ ist natürlich ein dehnbarer Begriff. Unsere Werften für hochwertige Aluminium-Yachten und flotten Sperrholz-Yachten hatte nämlich zu den „Private Days“ für GARCIA, ALLURES und RM eingeladen. An sich war das kein besonders großes Event wie etwas eine Bootsmesse. Sondern mehr ein exklusives Treffen an Bord nagelneuer Yachten, das hier für besonders Kaufinteressierte arrangiert worden ist.

Zwei der drei Yachten kommen in Schweden an (Foto: Robin Christol)

Ort des exklusiven Stelldicheins ist der schicke Hafen von Sandhamn in den Außenschären. Wussten Sie, dass mein guter Freund Jimmy Cornell stets auf die Frage, wo es ihm auf seinen weltweiten Segel-Expeditionen am meisten gefallen hat, ohne zu zögern antwortet: „In den Schären!“ Und Jimmy muss es wissen, denn immerhin war er schon überall auf unserem Planeten, wo man mit einer Yacht hinsegeln kann. Und das fünfmal! Der Stockholmer Schärengarten ist ein Archipel aus tausenden kleiner und großer Inseln, so groß, dass es selbst jetzt während der Hochsaison nicht überfüllt wirkt! Also: Wer hat Lust, nach Sandhamn zu segeln? Anker auf und los geht es!

Es ist einfach nur traumhaft! (Foto: Robin Christol)

Der Abstecher in den Hafen hat sich gelohnt. Die nagelneue GARCIA Exploration 45, ALLURES 51.9 und RM1180 hatten zwar schon einen beachtlichen Ritt von Cherbourg zu den Kanaren, dann zu den Azoren durch die Irische See bis hier hoch in die nördliche Ostsee hinter sich, aber allein mit den Crews über ihre Erfahrungen zu sprechen und zu sehen, wie gut sie mit den Booten zurechtkommen, war die Reise hierher wert. Einem deutschen Segler-Paar die extra für eine persönliche Führung an Bord angereist kamen, konnte ich so nicht nur die Yachten zeigen, sondern auch an echte Eigner vermitteln: Denn die Perspektive und das Feedback von echten Eignern ist wichtig, um eine Kaufentscheidung zu fällen.

Im Seglerparadies Stockholmer Schärengarten

Ob es bei ihnen zu einem Kauf kommt, wird die Zeit zeigen. Der Ausflug nach Sandhamn ist nun auch schon wieder ein paar Tage her. Während ich das hier tippe, bahnt sich unser Familienboot den Weg durch das Gewirr der Inseln. Ich lasse meinen Sohn – fast willkürlich – mit dem Finger auf die Seekarte tippen: „Welche Bucht sieht schön aus? Wo wollen wir morgen sein?“, frage ich ihn. Es ist so paradiesisch hier, dass sich bisher jeder seiner Fingertips als traumhafte Ankerbucht entpuppt hat. Und wenn uns mal nicht gefällt – dann gibt es schon drei Inseln weiter einen neuen Traum-Spot.

Millionäre in den Schären ...

Dieses sich treiben lassen, dieses laissez-fair, ein fast schon dekadent wirkendes In-den-Tag-leben – es ist Erholung pur! Man begegnet anderen Seglern und winkt. Kommt beim Einkaufs- oder Tankstopp mit dem Einen oder Anderen sogar ins Gespräch. Immer mehr und auch Superyachten scheinen die Schären zu entdecken. Ein Anblick, den ich noch vor wenigen Jahren nicht kannte. Da ist sie wieder, diese neue Definition von Blauwasser: Anscheinend hat auch die Haute Volée entdeckt, dass man Luxus nicht nur im überfüllten Hafen von Monaco oder an der Pier von Saint Tropez genießen kann – irgendwie ja auch ein Ritterschlag für die Schären. Für alle ist Platz hier. Apropos ankern …

Für Sie getestet: Spade-Anker im Segler-Alltag

Skandinavien war schon immer – und ist es leider heute auch noch – ein eher hochpreisiges Reiseziel. Der hohe Lebensstandard und die anscheinend viel höheren Gehälter seien den Schweden gegönnt, allerdings ist das für uns schon teilweise ziemlich heftig. Als Familie zu dritt essen gehen? Kostet hier ohne Probleme locker 200 Euro. Eine Kugel Eis? Gibt es hier – ganz normal – für 3.50 Euro. Wohl dem, der das Boot mit Lebensmitteln vollgepackt hat und sich auch die teuren Liegegebühren in den Häfen sparen kann. Und das bringt uns dann auch schon zum Ankern. Das ist nämlich eine gute Gelegenheit, um richtig Geld zu sparen.

Ich teste den Spade-Anker

Unerlässlich in den Schären (und aus meiner Sicht sowieso für jeden Segeltörn) ist ein guter Anker. Die Geister scheiden sich und selbst weitgereiste Segler können leidenschaftlich streiten, welcher denn nun der beste „Haken“ ist, den man auf seinem Segelboot mitführen sollte. Rocna, Ultra, Delta … die Auswahl ist groß. Und nachdem mir schon einige meiner Yacht-Kunden ganz leidenschaftlich den Spade-Anker ans Herz gelegt hatten, hatte ich unsere Familienyacht vorweg mit einem solchen ausgestattet, um ihn hier im Schärengarten live zu testen. Und ich muss sagen: Ich bin fast schon begeistert!

Für top in Schlick und Gras befunden!

Gerade auf grasigem und auf jedem Fall in schlammigem Ankergrund greift er prima. Auch bei viel Schwoien und vor allem bei grundlegenden Windrichtungs-Änderungen, wo andere Anker Gefahr laufen, auszubrechen, hält der Spade wirklich klasse! Und ja: Auch bei uns hier in Schweden war es in den vergangenen Wochen durchaus „sportlich“, was das Wetter angeht. Ankern bei +35 Knoten TWS … da muss man dem Stückchen Metall, das da vor einem auf Grund liegt, schon vertrauen können. Der Spade Anker hat den Test bestanden. Meine begeisterte Email ist längst schon in Bremerhaven eingetroffen, den Spade mit ins Angebot unseres firmeneigenen Schiffsausrüsters JANSSEN MARITIMES aufzunehmen …

Es geht nichts über ein vernünftiges Bord-BBQ!

Natürlich geht es nicht ohne! Was wäre eine Segelyacht ohne den Grill? Und damit meine ich nicht diese Plancha-Ersatz-BBQs, die sich seit einigen Jahren auf Booten eingeschlichen haben. Denn wir wollen den echten Grillgeschmack! Bisher war der Lotus-Grill eine schnelle, saubere und perfekte Alternative für alle, die nicht ohne das Aroma von Holzkohle auskommen wollen. Wir haben zurzeit die Gas-Version des Cobb-Grill an Bord, den ich auch für Sie teste. Mit Erfolg: Das Teil ist einfach klasse!

Praktisch, sicher und schnell: Der Cobb Grill

Dieser Grill wird mit einer Gas-Kartusche betrieben, man hat daher zwar nicht den „urigen“ Holzkohle-Duft und den Geschmack, aber dafür bleibt es viel sauberer: Kein Ruß, kein offenes Feuer bei Überdosierung der Anzündhilfe und keine Kohlesäcke an Bord. Dafür eine schnelle, kinderleichte Bedienung und noch schnellere Grill-Ergebnisse. Man kann die Hitze regeln und dank des vielen Zubehörs vom Grillen des Hamburger-Patty bis zum sanften garen eines Lachsfilets die ganze Palette leckerer Grillgerichte zubereiten. Kann ich nur empfehlen – und ist natürlich auch sofort per Fernanweisung auf die Produktliste von JANSSEN MARITIMES gekommen.

Immer für Sie unterwegs!

Tja. Und weil ich stets serviceorientiert bin, nutzen wir diesen Urlaubstörn auch für den einen oder anderen Anleger an Land. Wenn Mama und Sohnemann dann den lokalen „Handelsbrod“ ansteuern, um Frisches für die Bordküche (oder Oxfilet für den Grill) zu besorgen, mache ich vielleicht einen kleinen Umweg, um dann doch für meine Kunden etwas auszukundschaften.

Wie diese ELAN E1 …

Gebrauchtboot-Expertise gefragt? BLUE YACHTING!

Die will sich einer meiner Kunden vielleicht gebraucht kaufen. Denn Ihr wisst, dass BLUE YACHTING auch Gebrauchtboote makelt. Also mache ich einen Termin mit meinem Kollegen, dem schwedischen ELAN-Händler aus und nehme das Boot in Augenschein, um meinem Kunden eine Kaufempfehlung abzugeben, oder um ihm vor einem allzu riskanten Gebrauchtboot-Abenteuer zu schützen. Am Ende kassiere ich dann bestimmt einen nicht ganz so ernstgemeinten Seitenblick meiner lieben Frau – rette einem anderen Ehemann aber unter Umständen den Haussegen. So sieht er aus, der Urlaub eines Nils Schürg …

Frisch aufgetankt nach Cannes …

Wir lassen es uns hier noch zwei Wochen gut gehen. Ich habe in den Backskisten unserer Familienyacht vielleicht noch ein, zwei andere Produkte, die ich für Sie testen werde – und das ein oder andere Tier in der Kühlung, das wir noch auf den Rost des Cobb Grills werfen werden. Ich hoffe, dass auch Sie dieses „Sommerloch“ genießen können – Regen hin oder her! Schnappt Euch Eure Lieben und Eure Kinder, werft die Leinen los und stürzt Euch in Eure Segelabenteuer! Es muss wirklich nicht immer die Karibik sein, glaubt mir!

... wir bleiben noch eine Weile.

So oder so, die passenden Boote für Eure Blauwasser-Törns finden Sie bei BLUE YACHTING. Ich stehe gern als Partner für Ihre Reise zu Ihrer neuen Familienyacht zur Verfügung!

Und das als nächstes in Cannes, wo vom 9. bis 14. September wieder die wohl schönste Yachtmesse Europas, wenn nicht sogar der Welt, steigen wird. Ich bin da, ALLURES, GARCIA und HH CATAMARANS auch. Also - bis dahin, Grüße aus dem Sommerloch!

Euer Nils Schürg